Vorlesen

Welche Hilfsmittel gibt es?

Analog zu den durch die Symptome Blendungsempfindlichkeit, Farbenblindheit und

Sehschwäche hervorgerufenen Alltagsproblemen lassen sich die Hilfsmittel in drei Gruppen

unterteilen:

Die Sonne strahlt in einem Spektrum von ultraviolett bis infrarot. Für das menschliche Auge ist die Strahlung als Licht nur  zwischen Wellenlängen von ca. 400 nm (Nanometer) bis ca. 800 nm sichtbar. Die hellsten Strahlen in einem Bereich von violett bis blau empfinden Achromaten als unangenehm blendend.

Spezielle Lichtschutzgläser und Beschattung sind geeignete Hilfen.

Zum teilweisen Ausgleich der mit der Achromatopsie einhergehenden Sehschwäche gibt es unterschiedliche Hilfsmittel. Welche davon im Einzelfall zum Einsatz kommen sollen, muss durch fachkundige Beratung und nach individuellem Ausprobieren entschieden werden.

Bewährte vergrößernde Sehhilfen für das Nah- und Fernsehen sind

  • Lupen
  • Lesesteine
  • Monokulare
  • Ferngläser
  • Lupenbrillen

Die Auswahl ist nahezu un-
endlich. Welche vergrößern-
den Hilfsmittel eingesetzt
werden sollen, hängt stark von

  • privaten
  • schulischen
  • beruflichen

Anforderungen sowie indivi-
duellen Wünschen und
Gewohnheiten des Einzelnen ab.

Elektronische Lupen können im Nah- und Fernbereich eingesetzt werden. Die Elektronik erlaubt unterschieliche Vergrößerungsmaßstäbe und inverse Darstellung. Meist lässt sich das vergrößerte Bild auch speichern.

Tafellesegeräte und mit Notebooks kombinierbare Kamerasysteme werden in Schule und Beruf eingesetzt.

Kameras, Lautsprecher oder auch Monitore werden in elektronische Brillen integriert. Nah- und Fernsicht, Vorlesen, Personenerkennung usw. werden von neuen Transformerbrillen übernommen.

Auch bei Achromaten können neben den spezifischen Symptomen andere Sehstörungen bzw. Augenerkrankungen auftreten. Zum Ausgleich von Kurz- und Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung usw. sind Brillen und Kontaktlinsen geeignete Mittel.  

Darum ist auch für Achromaten  eine regelmäßige, augenärztliche Beobachtung unerlässlich.

In der Natur und auch in der vom Menschen geschaffenen Zivilgesellschaft werden Farben zur Unterscheidung, Warnung, als Lockmittel usw. genutzt. Wir leben in einer farbcodierten Welt.

Um als Achromat Farben bestimmen bzw. benennen zu können, werden elektronische Farberkennungsgeräte eingesetzt. Die mit dem handlichen Gerät anvisierte Farbe wird in der Regel  akustisch benannt. In Optikerfachbetrieben sind unterschiedliche Modelle erhältlich. Sie unterscheiden sich in der Genauigkeit der Farbdifferenzierung, Sprachausgabe und weiteren Funktionen.

Fast jeder Achromat und fast jede Familie, in der Farbenblinde leben, haben für sich individuell Systeme entwickelt, um Farben so zu markieren, dass Farbenblinde diese benennen oder benutzen können. So werden z.B. in Buntstifte mit einem Messer Kerben geritzt:
eine Kerbe = gelb   /   zwei Kerben = hellblau   /  …   /   6 Kerben = schwarz

Neben diesen individuellen Lösungen gibt es verbreitete Systeme, die in der Frühförderung oder von Schulen verwendet werden.

colorADD ist ein System, dass mit sehr wenigen Symbolen auskommt und von Farbenblinden und Farbensehenden gleichermaßen leicht gelernt werden kann. colorADD wird zunehmend in der Frühförderung und an Sehbehindertenschulen eingesetzt. Die wenigen abstrakten Formen und der en Kombinatonen prägen sich auch Kleinkinder sehr schnell ein. Es gibt einen Schriftfont für den PC, mit dem man die Symbole in unterschiedlichen Größen ausdrucken und dann auf Gegenstände aufkleben kann. Zunehmend werden Buntstifte, Kinderspiele usw. direkt mit den Symbolen bedruckt und sind im Handel zu bekommen.

Die Achromatopsie Selbsthilfegruppe unterstützt die Verbreitung des colorADD-Farbenalphabets.

Das „Farbenalphabeth“ colorADD‘ wurde in Portugal von Miguel Neiva entwickelt. Der Designer nutzt nur drei Symbole für die Grundfarben
ROT – GELB – BLAU
und ermöglicht durch deren einfache Kombination ein breites Farbspektrum

Systematik und praktische Beispiele werden regelmäßig in den Achromatoopsie-INFOs gezeigt.

colorADD-Symbole

Link zu colorADD

Diese sehr kindgerechten Symbole werden in einer Familie eingesetzt, die in unserer Selbsthilfegruppe Mitglied ist.  Iris Finger hat die bilder gezeichnet und Farben zugeordnet.

Sloche Bild- oder Form-Zuordnungen bleiben meist auf ein individuelles Umfeld begrenzt und verlieren im Erwachsenenalter an Bedeutung. Trotzdem helfen sie natürlich, Kindern die Dimension der Farben, die sie ja selbst nicht wahrnehmen kann, näher zu bringen.

Susanne Mundhenk ist Lehrerin an der Staatlichen Schule für Sehgeschädigte in Schleswig. Sie hat einen grafischen Farbencode entwickelt, mit dem Vorschul- und Schulkinder mit Achromatopsie Dinge des täglichen Lebens, die damit gekennzeichnet sind, farblich auseinander halten können.

Im Achromatopsie-INFO 4 wurde ein Artikel zu diesem System veröffentlicht.

zum Artikel

Eine Alternative zum Lesen von Büchern oder Zeitschriften sind Hörbücher, Hörspiele und akustische Magazine und zeitungen. Diese können bei kommerziellen Verlagen erworben oder als Datei heruntergeladen werden. Es gibt aber auch verschiedene Blindenhörbüchereien, deren Angebote meist kostenlos sind.

Blindenhörbücher

 

Im deutschsprachigen Raum gibt es regional mehrere Hörbüchereien für Blinde und Sehbehinderte. Nach der Anmeldung mit dem Nachweis der Sehbehinderung kann man dort Hörbücher meist kostenlos ausleihen. Die Bücher werden meist speziel für diese Hörbüchereien gesprochen.

Das für die Tonträger verwendete DAISY-Format ist eine spezielle Form des MP3-Dateiformates, das es ermöglicht, sehr konfortabel in den Kapiteln oder Abschnitten zu navigieren.

Die Hörbücher werden als CD verschickt oder zum Download bereit gestellt.

 

Zeitschriften

 

Beim
Mediengemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen e.V.
bzw.
atz Hörmedien für Sehbehinderte und Blinde e.V.
ist eine aktuelle Liste der Zeitungen und Zeitschriften erhältlich, die für Blinde und Sehbehinderte auf Tonträgern oder als Download zur Verfügung gestellt werden. Die Angebote sind nur zum Teil kostenlos. Für Zeitschriften, wie „Der Spiegel“ oder „GEO“ werden Abo-Gebühren erhoben.

Link zum ATZ

Daisy-Player

 

Spezielle Abspielgeräte für CDs oder heruntergeladenen Dateien im Daisy-Format ermöglichen es, dieses spezielle Dateiformat zum Abhören von Hörbüchern oder Hörzeitschriften zu nutzen.

In mehreren Ebenen können Kapitel, Abschnitte, Lesezeichen usw. gezielt angesteuert werden.

Für Schüler kommen oft klassische Bildschrimlesegeräte zum Einsatz. Diese sind in der Regel recht groß und schwer. Sie können kaum von einer Schulklasse in die andere transportiert werden.  Inzwischen wurde die Technik weiterentwickelt. Nun werden häufig transprotable Notebooks oder Tablets in Kombination mit kleinen Kameras genutzt.